Am Sonntag, den 14. April, besuchte Bischof Keck die Gemeinde Bad Wörishofen. Zu diesem Gottesdienst war die Gemeinde Buchloe mit eingeladen.
Dem Gottesdienst legte der Bischof das Wort aus Johannes 20,28 zu Grunde: „Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!“
In seiner Predigt führte der Bischof aus: In der Heiligen Schrift werde berichtet, dass die Jünger sich getroffen hätten und die Türen aus Angst fest verschlossen hielten. Plötzlich trat Jesus unter sie, sprach „Friede sei mit Euch“ und zeigte ihnen seine Wundmale. Apostel Thomas war bei diesem Ereignis nicht anwesend. Die Jünger berichteten ihm anschließend von dem besonderen Ereignis, aber Thomas glaubte ihnen nicht. Er sagte: „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich’s nicht glauben“. Wenige Tage später erscheint Jesus wiederum den Aposteln, nun ist Thomas anwesend. Jesus fordert Thomas dazu auf, seine Hände in die Wundmale und die Seite zu legen. Thomas jedoch reagiert darauf mit dem überraschenden Ausruf: „Mein Herr und mein Gott!“ Jesus spricht zu Thomas und den Anwesenden: „Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“
Mit dem Verstand ließe sich die Auferstehung nicht begreifen. Sie sei eine göttliche Tat, die man nur im Glauben erkennen könne, so der Bischof in seinen weiteren Ausführungen. Dieser Satz richte sich gegen eine Weltsicht, in der das wunderbare Handeln Gottes nur dann angenommen werde, wenn es sich anhand von Fakten beweisen ließe. Der Glaube lebe jedoch nicht von Beweisen, sondern durch die Macht des Heiligen Geistes. Thomas zweifelte, doch er blieb nicht dabei. Er erkannte, dass Jesus nicht nur ein Mensch sei, sondern Teil der Gottheit in Vater Sohn und Heiligem Geist.
Jeder von uns könne in Zweifel geraten, so der Bischof weiter, wir sollten uns aber das Verhalten des Thomas zum Vorbild nehmen: Er versammelte sich mit den Jüngern, er hörte auf den Herrn und kam zu großer Erkenntnis.
Wir sollen in Gemeinschaft mit den Gläubigen bleiben und den Heiligen Geist bitten, uns Erkenntnis Gottes zu schenken. Wie Thomas könnten wir so vom Zweifel zur Gewissheit und zu dem Bekenntnis gelangen, dass Jesus für uns gestorben und durch die Auferstehung sein göttliches Wesen offenbar geworden sei. Dann könne Jesus gleichermaßen als wahrer Mensch, unser Bruder, sowie als wahrer Gott von allen bekannt und angebetet werden!
Zu einem weiteren Predigtbeitrag wurden Bezirksältester Keck, Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Memmingen, sowie Priester Hoppe, Vorsteher der Gemeinde Kirchdorf, gebeten.
Nach der Sündenvergebung und Feier des heiligen Abendmahls beendete Bischof Keck den Gottesdienst mit Gebet und Segen.
Der Gottesdienst wurde vom gemischten Chor der beiden Gemeinden Bad Wörishofen und Buchloe in wunderbarer Weise umrahmt.