Zu einer bewegenden Gedenkfeier für die Aitracher Sternenkinder fanden sich viele Besucher an der Grab- und Gedenkstätte auf dem Aitracher Friedhof ein. Eingeladen hatten die zwei Initiatorinnen der Gedenkstätte, Lioba Abrell und Doris Maurer. Gekommen waren Betroffene, Angehörige aber auch viele Mitfühlende.
Die würdige geistliche Umrahmung mit Gebeten und tröstlichen Worten zur Feier schufen die drei kirchlichen Vertreter Ernst-Christof Geil, Pfarrerin Ulrike Rose und Gemeindevorsteher Uwe Kirschner. Die Andacht wurde umrahmt von Mitgliedern der heimischen Musikkapelle mit passenden, ansprechenden Musikstücken, und auch Bürgermeister Thomas Kellenberger zählte zu den zahlreichen Besuchern an diesem Sonntag.
Doris Maurer schilderte in ihrer Begrüßungsrede ihre Motivation und ihre Gefühle als Betroffene zur Schaffung der Gedenkstätte auf dem heimischen Friedhof. Damit wurde vor fünf Jahren ein Ort geschaffen, um der Trauer um das Sternenkind Raum zu geben. Ein Ort des Innehaltens. "Auch der Tod eines Sternenkindes bedarf einer Zeit des Trauerns und einen Raum dafür, auch wenn die Gesellschaft einem oft spiegelt, dass doch alles gar nicht so schlimm war oder normal ist", so Maurer, vor allem, wenn die Schwangerschaft so früh endete, dass sie für andere noch nicht sichtbar war. „Die Welt blieb für mich stehen, ein Lebenstraum zerbrach. In Momenten, wo mich die Trauer einholt, ist es tröstlich einen Ort zu haben, an dem ich klagen, Tränen weinen und gleichzeitig neue Kraft schöpfen darf“, so Maurer weiter.
Auch Lioba Abrell trug vier kurze Lesungen vor mit dem Titel: „Briefe an mein totes Kind". "Trauer verändert sich mit der Zeit, der Verlust wird ein Teil des eigenen Lebens. Dass es diesen Ort gibt, zeigt, dass es viele Mütter und Familien gibt, die das betrifft", so Abrell. “Oft spielt das Thema Schuld, kein Kind austragen zu können, eine große Rolle im Trauerprozess. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft sich diesem Thema öffnet, damit Betroffene die Unterstützung erhalten, derer sie bedürfen und eine Schwangerschaft, die zu früh und mit einem Sternenkind endete, kein Thema ist, das verborgen werden muss.“
Quelle: Schwäbische Zeitung, Memminger Kurier und Gemeindeblatt in Aitrach