Am Mittwoch, dem 15. April, leitete Bischof Gründemann den Wochengottesdienst in Krumbach. Zu diesem Anlass waren auch die Geschwister aus Illertissen und Vöhringen eingeladen.
Als Bibelwort hatte Bischof Gründemann 1. Mose 25,32 gewählt. Im Mittelpunkt der Predigt stand die bekannte Geschichte aus dem ersten Buch Mose: Esau, der Erstgeborene, verkauft sein Erstgeburtsrecht an seinen Bruder Jakob – für ein schlichtes Linsengericht. Hunger und Erschöpfung führen ihn dazu, das Bleibende gegen das Augenblickliche einzutauschen.
„Esau antwortete: Siehe, ich muss doch sterben; was soll mir da die Erstgeburt?" (1. Mose 25,32)
Bischof Gründemann legte dabei ausdrücklich Wert darauf, Esau nicht anzuklagen. Das stehe uns nicht zu. Wer von uns wisse, wie er selbst in einem solchen Moment der Erschöpfung gehandelt hätte? Die Geschichte Esaus diene nicht dazu, zu urteilen, sondern um in den Spiegel zu schauen – und ehrlich zu fragen, was uns selbst dazu verleiten könnte, das Wesentliche gegen das Augenblickliche einzutauschen.
Der Bischof machte deutlich, dass das Erstgeburtsrecht im alttestamentlichen Verständnis weit mehr bedeutete als ein materielles Erbe. Es umfasste die Weitergabe der Verheißungen Gottes, die Abraham und Isaak galten: ein großes Volk zu werden und ein Segen für alle Menschen zu sein.
Was also ist unser Linsengericht? Als mögliche Antworten nannte Bischof Gründemann den Hunger nach materiellem Besitz und den Drang nach Anerkennung oder Karriere. All das könne die Beziehung zu Gott schwächen und die eigene Berufung verdunkeln.
Im Anschluss an die Predigt rief Bischof Gründemann Bezirksvorsteher Klaus Keck zu einer Zugabe an den Altar. Mit einigen ergänzenden Gedanken vertiefte Bezirksvorsteher Keck den Predigtgedanken.
Den Abschluss des Gottesdienstes bildete ein besonderer Moment für die Gemeinde: Bischof Gründemann beauftragte eine Diakonin für den Dienst in der Gemeinde.