Unzählige Vorbereitungen, viele helfende und betende Hände und ein gelungenes „Jubiläums-Wochenende“ - Das erste Fazit vom „Tag der offenen Tür“ mit Festakt am Samstag, den 08. September und vom Festgottesdienst mit Bischof Jürgen Gründemann am Sonntag, den 09. September 2018.
Alles war in diesem Sinne vorbereitet, um am Samstag im Kirchenschiff mit dem Festakt zu beginnen. Bischof Gründemann eröffnete mit einem Dankgebet und kurzem Gruß. Unter Anwesenheit von Bürgermeister Thomas Kellenberger und mehren Gemeinderäten stellte Bezirksevangelist Markus Rehle die Neuapostolische Kirche vor. Er ging dabei auf die Anfänge der Neuapostolischen Kirche ein und beschrieb sie als ein Teil der christlichen Kirche. Er schilderte Organisation und Struktur mit Schwerpunkt Süddeutschland und ging auf die Aufgaben der Kirche ein. Dabei verwies er auch auf die Aufstellung „Unser Glaube“ mit verschiedenen Schautafeln im Foyer des Kirchengebäudes. Speziell bezogen auf die Gemeinde Aitrach, stellte er die Aktivitäten der Neuapostolischen Kirche als Gastmitglied bei der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) in Memmingen dar. Hier beteilige sich die Gemeinde Aitrach als Mitglied des Kirchenbezirks Memmingen bei unterschiedlichen Veranstaltungen, wie dem Friedensgebet (Chor), der Nacht der Kirchen oder bei Konzerten.
Nach einem musikalischen Vortrag von Orgel und Querflöte, begann Bürgermeister Thomas Kellenberger sein Grußwort mit Dank für die Einladung. Er betonte immer wieder die Gemeinsamkeit und das Miteinander von politscher und kirchlicher Gemeinde und stellte dies in seinem Vortrag an verschiedenen Beispielen dar. So war bei den Einweihungsgottesdiensten, der in den fünfzig Jahren insgesamt dreier Kirchengebäuden, immer auch der jeweils amtierende Bürgermeister eingeladen. Alle nahmen diese Einladung auch jedes Mal gerne an. Als damals der Bauantrag für den Neubau einer der Kirchen ins Stocken geriet, handelte der Gemeinderat schnell und stellte Ersatzräume bereit. Und das, so der Bürgermeister schmunzelnd, obwohl das Kirchengrundstück damals noch auf bayrischem Grund und Boden gestanden hätte und das württembergische Aitrach gar nicht zuständig gewesen wäre. In der heutigen Zeit beteilige sich die Kirchengemeinde am gemeinschaftlichen Leben in Aitrach, z.B. bei Angeboten zur Kinderfreizeit oder der Integration von Flüchtlingen.
Nach einem Musikstück mit Klavier und Geige, stellte der Vorsteher der Gemeinde Aitrach, Priester Uwe Kirschner, die Geschichte der Gemeinde vor. Bereits vor etwa siebzig Jahren wurde ausgehend von der bestehenden Gemeinde Memmingen beschlossen, weitere Gemeinden zu gründen. Dazu gab es Anfänge unter anderem in Lautrach, wo eine Gemeinde entstand. Als die damalige Gemeinde immer mehr Mitglieder bekam, beschloss man, in das verkehrsgünstig gelegene Aitrach umzuziehen, wo am 25.02.1968 der erste Gottesdienst in privaten Räumen stattfand. Leider ging die Anzahl der Gemeindemitglieder zurück, sodass es um die Schließung der Gemeinde ging. Der damalige Gemeindevorsteher erbat sich ein Zeichen, ob es nicht doch weitergehen könne. So erbat er sich, solle es in Aitrach weitergehen, sollten Gäste zum Gottesdienst am Mittwochabend anwesend sein. Nicht weniger als neun Gäste waren zugegen. Damit war klar, dass es weitergehen würde. Und so konnte letztendlich auch das derzeitige Kirchengebäude im Grenzweg in Aitrach am 06.09.1998 durch Apostel Günter Eckhardt geweiht und seiner Bestimmung übergeben werden. Priester Kirschner bedankte sich bei Bürgermeister Kellenberger besonders für die Nutzung von Sportgelände und Gemeindehalle für kirchliche Aktivitäten, wie "Jugend Fußball Cup" und Bezirksfesten.
Anschließend gab es Gelegenheit, bei Sektempfang, Pizza vom Steinofen oder Kaffee, innerhalb und außerhalb des Kirchengebäudes manche Gespräche zu führen. Dabei kam es zu vielen Begegnungen mit ehemaligen Gemeindemitgliedern. Teile des Programms waren Kinderbetreuung, Ausstellung „Unser Glaube“ und musikalische Beiträge von Chor und Instrumenten. Ein Höhepunkt dabei: Das Fotobuch mit unzähligen Bildern aus fünfzig Jahren Gemeinde Aitrach.
Zum Festgottesdienst am darauf folgenden Sonntag waren auch die Gemeinden Bad Wurzach und Leutkirch eingeladen. Die einhundert Plätze im Kirchenschiff reichten nicht aus, um alle Gottesdienstteilnehmer aufzunehmen. Deshalb wurde im Foyer noch aufgestuhlt.
Bischof Jürgen Gründemann eröffnete den Festgottesdienst mit dem Wort aus 1. Chronik 28 Vers 10: „So sieh nun zu, denn der HERR hat dich erwählt, dass du ein Haus baust als Heiligtum. Sei getrost und richte es aus!“ Der Bischof sprach von großer Dankbarkeit für all das, was in diesen 50 Jahren geleistet wurde, von Opfern, Gebeten oder Taten für den Nächsten, die oft auch in der Stille erbracht wurden. Das was getan wurde, was auch Gott getan hat, solle lebendig gehalten werden, auch in der Umgebung. Es wurde in diesen Jahren viel Zeit investiert und viel in Liebe gewirkt. Dennoch, so der Bischof, das Größte läge nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft. So sei es die Liebe Gottes, die manche Tür öffnet, die Verbundenheit Christi mit seiner Gemeinde und letztendlich die Verwandlung bei der Wiederkunft von Jesus Christus.
Der Vorsteher der Gemeinde Aitrach, Uwe Kirschner, ging in einem Vortrag noch kurz auf die Chronik der Gemeinde ein.
Abschluss des Sonntags und damit auch des Jubiläum-Wochenendes: Sekt und Kaffee mit schönen Begegnungen. Zwei rundum schöne Tage gingen damit zu Ende. Fazit: Die Gemeinschaft wurde gestärkt und Gott die Ehre gegeben.